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Die Wall-Street-Legende und "Enron-Terminator" Jim Chanos warnte heute auf einem Seminar, dass im aktuellen Boom der KI-Investitionsausgaben der Markt besonders auf den Fluss der Gewinne achtet.Derzeit gibt es eine Diskrepanz in der Gewinn- und Verlustrechnung: Die Unternehmen, die die „Hacke und Schaufel“ verkaufen (wie Chiphersteller und Anbieter von Rechenzentrumsausrüstung), verbuchen Einnahmen und Gewinne sofort; die großen Cloud-Anbieter, die diese enormen Ausgaben tätigen, aktivieren diese Kosten jedoch in ihrer Bilanz. Chanos erinnerte an die Zeit der Internetblase von 1998 bis 2000, als der operative Gewinn des S&P 500 innerhalb von zwei Jahren um 30 % stieg, aber als das Auftragsbuch 2001 zusammenbrach und die Abschreibungskosten weiter anfielen, brach der Gewinn des S&P 500 um 40 % ein.Aus Vorsicht nahm Chanos bei der Modellierung eine physische Lebensdauer der GPUs von 10 Jahren an, äußerte jedoch weiterhin Zweifel an der Rentabilität der nachgelagerten Unternehmen. Chanos sagte: „Sie müssen vorsichtig sein. Die Kosten für den Kauf von Chips und den Bau von Rechenzentren werden derzeit als ‚Anlagen im Bau‘ gebucht. Sobald diese in Betrieb genommen werden und mit der Abschreibung beginnen, ist der Einfluss auf die Gewinne enorm.“Hinsichtlich der derzeit boomenden neuen Cloud-Service-Anbieter (wie CoreWeave und andere Computing Power-Verleihplattformen) äußerte sich Chanos äußerst pessimistisch und bezeichnete das Geschäftsmodell im Kern als unrentabel. Chanos sagte offen: „Wenn du Chips von Nvidia kaufst, das Rechenzentrum von jemand anderem mietest und die Rechenleistung an Microsoft oder Google weitervermietest, bist du ein Equipment-Leasing-Unternehmen – kein Technologieunternehmen, sondern ein Finanzunternehmen.“ Chanos fuhr fort: „Man sollte lieber auf die Produkte setzen, die mit diesen Chips hergestellt werden, nicht auf den Ort, an dem sich die Chips befinden.“ Er enthüllte die tatsächliche Kapitalrendite (ROIC) der aktuellen Computing-Infrastruktur: „Die aktuellen Transaktionsdetails zeigen, dass die erwartete ROIC vor Steuern nur bei 5 %, 6 %, 7 % oder 8 % liegt – alles einstellige Zahlen, wenn du jetzt ein Rechenzentrum mit Stromanschluss und Chips hast. Wenn das jetzt (bei Knappheit) schon alles ist, halte ich lieber andere Teile der Wertschöpfungskette.“